DIE ALTERNATIVE

Verein für umfassende Suchttherapie

Unterer Lätten 1

913 Ottenbach

http://www.diealternative.ch

 

2 Generationen in der Therapie

Seit gut 25 Jahren arbeiteten wir mit 2 Generationen in der Suchttherapie und stellen durchwegs fest, dass bei involvierten Kindern immer spät, sehr spät gehandelt wird. Latent wird auf die nicht vorhandene Lobbyfunktion der Eltern abgestellt. Kinder werden versteckt und verleugnet. Aus Angst, das Kind könnte ihnen weggenommen werden, schweigen sie. Dem betroffenen Kinde werden einmal mehr die dringend notwendigen Schutz- Unterstützungs- und Fördermassnahmen vorenthalten. Da nun praktisch alle Angebote im Bereich Schutz, Unterstützung und Förderung der Kinder, auf der Lobbyfunktion der zuständigen Erziehungspersonen abstellen und aufbauen, weisen versteckte Kinder auf allen relevanten Ebenen massive Mangelerscheinungen auf. Diese Isolation der betroffenen Kinder stellt eine Form von struktureller Misshandlung dar.

 

Das Familienleben ist – wie gesagt -. neben der Sucht durch mehrfach problematische Ausstattungs- und Verknüpfungsdefizite, die Illegalität des Suchtmittels, die Randexistenz und damit verbunden eine relativ umfassende Isolation der Betroffenen geprägt. Geheimhaltung ist das oberste Gebot. Mit viel Aufwand und Energie setzen die Eltern alles daran, das Bild einer normalen Familie aufrecht zu erhalten. Die Kinder lernen perfekt ihre Situation zu verheimlichen und verbünden sich mit ihren Eltern.

 

Übereinstimmend sehen wir bei „unseren Kindern“ in der Therapie immer wieder hochproblematische Belastungsfaktoren wie:

 

  • Wechselhafter Erziehungsstil – Schwankungen zwischen Verwahrlosung und Vernachlässigung auf der einen und Verwöhnung und Überbehütung auf der anderen Seite
  • Defizitäre Förderung der Entwicklung
  • Verleugnung und Tabuisierung der Sucht
  • Konfrontation mit Gewalt und Missbrauch
  • Konfrontation mit Krankheit und Tod
  • Konfrontation mit suchtspezifischen Gemütszuständen bei den Eltern, wie Entzugssymptome, verladen etc. etc.
  • Sozial - kulturelle Ausgrenzung und Isolierung der Eltern
  • Defizitäre materielle Verhältnisse, Armut
  • Begrenzter Zugang zu Freizeit und Erholungsmöglichkeiten
  • Erleben von Beziehungsabbrüchen und Beziehungsverlusten

 

Im Wissen um diese speziellen Belastungen drogenkonsumierender Eltern – häufig waren diese in ihrer Kindheit selbst schweren traumatisierenden Bedingungen unterworfen - haben wir ein institutionelles Netz aufgebaut, welches eine eigenständige Planung für die Erwachsenen und eine eigenständige Planung für die Kinder erlaubt, bei gleichzeitiger Durchlässigkeit und der Option mit der zusammengeführten Familie zu arbeiten.

 

In jedem Falle steht über der gesamten Arbeit der Kinderschutz an erster Stelle. Kinder eignen sich definitiv nicht, als Therapeutikum für den Prozess der betroffenen Eltern eingesetzt – besser missbraucht - zu werden. Unser Kinderhaus TIPI ist eine Institutionseinheit die primär dem kurzfristig realisierbaren Schutz der Kinder verpflichtet ist. Kinder können innert Tagesfrist Notfall platziert werden. Die Schutzmassnahmen müssen situationsberuhigend wirken und von Anfang an Förderelemente beinhalten.

3 und das heisst: „Erst wenn offensichtliche Verwahrlosungs- oder Misshandlungserscheinungen zu Tage treten wird gehandelt“. Eltern fallen als Lobbypersonen aus.